Ratgeber · Druckvorstufe
Druckdaten richtig anlegen.
Die vier häufigsten Fehler.
Die meisten Rückfragen aus der Druckerei haben dieselben vier Ursachen: zu kleine Bilder, Bildschirmfarben, das falsche Farbprofil und kein Anschnitt. Hier steht, woran du sie erkennst und wie du sie vermeidest – passend zu dem Programm, mit dem du gestaltest.
Ich gestalte mit
Du siehst die Anleitungen für Canva und Word.
Fehler 1
Die Auflösung ist zu gering
Was passiert
Am Bildschirm sieht das Foto scharf aus, auf dem Papier ist es pixelig oder verwaschen. Der Bildschirm zeigt Bilder meist verkleinert an, deshalb fällt es vorher kaum auf. Fotos aus dem Internet, aus Messengern oder als Bildschirmfoto sind fast immer zu klein. Nachträglich hochrechnen hilft nicht: Details, die nicht da sind, kann auch ein Programm nicht erfinden.
Faustregel
300 dpi in der Größe, in der das Bild gedruckt wird. Rechnung: Pixelbreite ÷ 300 × 2,54 = größte Druckbreite in Zentimetern.
Beispiel: 1.200 Pixel breit → höchstens etwa 10 cm breit drucken.
Große Formate, die man aus Abstand ansieht (Plakat, Banner), kommen oft mit weniger aus. Frag in dem Fall vorher nach.
So machst du es richtig · Canva und Word
- Canva: Eigene Fotos in Originalgröße hochladen, nicht als Bildschirmfoto. Beim Herunterladen PDF (Druck) wählen.
- Word: Unter Datei → Optionen → Erweitert → Bildgröße und -qualität den Haken bei Bilder in Datei nicht komprimieren setzen. Bilder über Einfügen → Bilder einfügen, nicht über die Zwischenablage.
- Wird ein Bild beim Vergrößern in der Vorschau unscharf, ist es zu klein. Dann lieber ein größeres Original besorgen oder das Bild kleiner einplanen.
So machst du es richtig · Profi
- Auf die effektive Auflösung achten, nicht auf die Angabe in der Bilddatei: InDesign zeigt sie im Bedienfeld Verknüpfungen, Illustrator in den Verknüpfungen-Informationen, Affinity im Ressourcen-Manager.
- Ziel: mindestens 300 ppi effektiv bei 100 % Ausgabegröße.
- Beim PDF-Export nicht unter 300 ppi herunterrechnen lassen.
Fehler 2
Bildschirmfarben statt Druckfarben: RGB statt CMYK
Was passiert
Der Bildschirm mischt Licht (RGB), der Druck mischt Farbe (CMYK). Manche leuchtenden Bildschirmfarben gibt es im Druck nicht, etwa Neongrün, sattes Blau oder grelles Orange. Sie werden beim Umrechnen stumpfer. Rechnet erst die Druckerei um, siehst du die Veränderung erst auf dem fertigen Papier.
Faustregel
Für den Druck in CMYK liefern oder ausdrücklich dazuschreiben, dass die Datei noch umgerechnet werden muss. Für Logo- und Hausfarben die festgelegten CMYK-Werte verwenden, nicht nach Augenmaß am Bildschirm wählen.
So machst du es richtig · Canva und Word
- Canva: Beim Herunterladen PDF (Druck) wählen und als Farbprofil CMYK einstellen. Diese Einstellung gibt es nur in den kostenpflichtigen Canva-Tarifen.
- Canva ohne CMYK-Option und Word: Word kann kein CMYK. Liefere ein PDF und sag bei der Bestellung dazu, dass die Farben noch umgerechnet werden müssen. Sehr grelle Farben am besten gar nicht erst verwenden.
- Wenn die Farbe wichtig ist, vor der Auflage einen Probedruck verlangen.
So machst du es richtig · Profi
- Entweder im CMYK-Modus gestalten oder RGB-Bilder platzieren und beim Export ins Ausgabeprofil der Druckerei umrechnen lassen. Wichtig ist, dass es einmal und bewusst passiert.
- Text in reinem Schwarz (nur K) anlegen, nicht aus vier Farben gemischt. Für große schwarze Flächen ein Tiefschwarz nach Vorgabe der Druckerei.
- Vor dem Export die Separationsvorschau ansehen: Stimmen die Farbauszüge, ist der Gesamtfarbauftrag im Rahmen?
Fehler 3
Das falsche Farbprofil
Was passiert
Ein Farbprofil beschreibt, wie Farbe auf einem bestimmten Papier wirkt. Glattes, gestrichenes Papier nimmt Farbe anders an als raues Naturpapier. Mit dem falschen Profil werden Farben zu dunkel oder zu blass, dunkle Bereiche laufen zu, und zu viel Farbe trocknet schlecht oder schmiert.
Faustregel
Die Druckerei fragen, welches Profil sie haben will. Häufig verlangt werden in Europa:
- PSO Coated v3 (FOGRA51) für gestrichenes Papier
- PSO Uncoated v3 (FOGRA52) für Naturpapier
- ISO Coated v2 (FOGRA39), die ältere Vorgabe, die viele noch nutzen
So machst du es richtig · Canva und Word
- Canva und Word lassen dich kein Druckprofil auswählen.
- Gib deshalb bei der Bestellung die Papiersorte an (gestrichen oder Naturpapier) und lass die Umrechnung von der Druckvorstufe machen.
So machst du es richtig · Profi
- Beim Export PDF/X-4 wählen und als Ausgabeprofil (Output Intent) das Profil der Druckerei eintragen.
- Bilder mit eingebettetem Profil platzieren, damit die Umrechnung stimmt.
- Die Farbeinstellungen aller Programme gleich halten, zum Beispiel über die Synchronisierung in Adobe Bridge.
Fehler 4
Kein Anschnitt
Was passiert
Geschnitten wird mit einer kleinen Toleranz. Reicht ein farbiger Hintergrund nur genau bis zur Papierkante, bleiben nach dem Schnitt weiße Streifen stehen, die sogenannten Blitzer. Text, der zu nah am Rand steht, wird angeschnitten.
Faustregel
3 mm Anschnitt rundum. Hintergründe und Bilder, die bis zum Rand gehen, 3 mm über das Endformat hinausziehen. Wichtige Inhalte mindestens 3 bis 5 mm von der Schnittkante weg halten.
Beispiel Postkarte A6: Endformat 105 × 148 mm, Datei mit Anschnitt 111 × 154 mm.
So machst du es richtig · Canva und Word
- Canva: Unter Datei → Einstellungen den Druckanschnitt anzeigen lassen und Hintergründe bis an die äußere Linie ziehen. Beim Herunterladen als PDF (Druck) den Haken bei Schnittmarken und Anschnitt setzen.
- Word: Einen Anschnitt gibt es dort nicht. Lege die Seite deshalb ringsum 3 mm größer an (bei A6 also 111 × 154 mm) und sag bei der Bestellung dazu, dass der Anschnitt schon enthalten ist. Oder gestalte mit weißem Rand.
So machst du es richtig · Profi
- InDesign: Anschnitt von 3 mm im Dokument einrichten, beim Export Anschnitteinstellungen des Dokuments verwenden aktivieren.
- Illustrator: Zeichenfläche im Endformat, Anschnitt in der Dokumenteinrichtung auf 3 mm setzen.
- Affinity: Anschnitt im Dokument-Setup festlegen und beim Export Anschnitt einschließen wählen.
- Schnittmarken nur, wenn die Druckerei sie verlangt, und dann mit Versatz außerhalb des Anschnitts.
Checkliste vor dem Senden
- Stimmt das Endformat?
- Ist rundum 3 mm Anschnitt angelegt, und halten Texte genug Abstand zum Rand?
- Haben alle Bilder in Druckgröße rund 300 dpi?
- Sind die Farben in CMYK, oder steht bei der Bestellung, dass noch umgerechnet werden muss?
- Passt das Farbprofil zur Papiersorte der Druckerei?
- Ist die Datei ein PDF, am besten PDF/X-4, mit eingebetteten Schriften?
Stand: Oktober 2026 Menüs und Bezeichnungen der Programme können sich mit Updates ändern. Text mit KI-Unterstützung entworfen, von Andrej Herber geprüft.