Ratgeber · Textildruck & Merch
Textildruck vorbereiten.
Was mit Flexfolie geht und was nicht.
Flexfolie wird nicht gedruckt, sondern geschnitten. Das macht sie ab dem ersten Shirt bezahlbar, stellt aber ein paar Bedingungen an das Motiv. Hier steht, wie das Verfahren funktioniert, welche vier Dinge bei Anfragen am häufigsten schiefgehen und wie du dein Motiv so vorbereitest, dass es sauber aufs Textil kommt.
Vorweg: So funktioniert Flexfolie
1 · Schneiden
Flexfolie ist eine dünne, einfarbige Folie mit Kleberschicht. Ein Schneidplotter fährt die Umrisslinie deines Motivs ab. Dafür braucht er eine Vektorkontur, keine Pixel.
2 · Entgittern
Alles, was nicht zum Motiv gehört, wird von Hand abgezogen. Je feiner das Motiv, desto mehr Kleinteile müssen einzeln entfernt werden, und desto eher reißt etwas.
3 · Pressen
Das Motiv wird mit einer Transferpresse unter Druck und Hitze aufs Textil gebracht. Pro Folienfarbe ein Arbeitsgang. Mehrere Farben liegen nebeneinander oder in Schichten übereinander.
Was daraus folgt
- Keine Werkzeugkosten, keine Mindestmenge. Ein Shirt lohnt sich genauso wie fünfzig.
- Jedes Stück darf anders sein. Namen und Rückennummern sind kein Problem.
- Das Motiv muss aus Flächen bestehen. Fotos, Verläufe und Hunderte Farben gehen so nicht. Dafür gibt es andere Verfahren.
- Je weniger Farben und Kleinteile, desto günstiger und haltbarer.
Fehler 1
Ein Foto oder ein Farbverlauf als Motiv
Was passiert
Das Wunschmotiv ist ein Foto, ein Logo mit Verlauf oder eine Grafik mit Schatten und weichen Kanten. Der Plotter kann nur Umrisse schneiden, keine Farbübergänge. Das Motiv lässt sich so gar nicht umsetzen, oder es muss erst stark vereinfacht werden.
Faustregel
Flächen statt Verläufe, wenige Farben statt viele. Ein bis drei Folienfarben sind der Normalfall. Jede Farbe ist eine eigene Folie, ein eigener Schnitt und ein eigener Pressvorgang.
So machst du es richtig
- Prüf dein Motiv mit dieser Frage: Könnte man es mit Schere und Buntpapier nachlegen? Wenn ja, eignet es sich für Flexfolie.
- Verläufe durch eine Volltonfläche ersetzen, Schatten weglassen oder als eigene Fläche in zweiter Farbe anlegen.
- Logos oft in der einfarbigen Fassung verwenden. Die gehört zu jedem guten Logo-Paket (siehe Ratgeber Logo-Dateien).
- Wenn es unbedingt das Foto sein soll: Frag nach. Dann sprechen wir über ein anderes Verfahren oder eine Werkstatt, die das macht.
Fehler 2
Zu feine Linien, zu kleine Schrift
Was passiert
Haarlinien, winzige Schrift, filigrane Ornamente: Beim Entgittern reißen die dünnen Stege ab oder lösen sich mit dem Rest. Was trotzdem aufs Shirt kommt, löst sich nach ein paar Wäschen an den Kanten. Besonders kritisch sind die Innenräume von Buchstaben wie „e“ oder „a“ und Serifen.
Faustregel
Linien und Stege nicht dünner als etwa 1 mm, Schrift so groß, dass die Buchstabeninnenräume deutlich sichtbar bleiben. Als Orientierung: Kleinbuchstaben mindestens etwa 5 mm hoch, bei feinen Schriften mehr. Im Zweifel das Motiv in Originalgröße ausdrucken und von Weitem ansehen.
So machst du es richtig
- Motiv immer in der echten Größe anlegen, in der es später auf dem Textil steht. Nicht „irgendwie“ und dann skalieren.
- Kräftige, serifenlose Schriften wählen. Dünne Schnitte („Light“, „Thin“) und Schreibschriften mit feinen Verbindungen meiden oder deutlich größer setzen.
- Ornamente, Schraffuren und Umrandungen vereinfachen. Lieber eine klare Form als zehn feine.
- Ganz kleine Teile (Punkte, Sternchen, Tüttelchen) weglassen. Sie halten nicht und fallen beim Tragen als Erstes ab.
Fehler 3
Das Motiv kommt als Pixelbild
Was passiert
Das Motiv kommt als JPG, PNG, Bildschirmfoto oder WhatsApp-Bild. Der Plotter braucht aber Schnittlinien. Aus einem Pixelbild müssen die Konturen erst von Hand nachgezeichnet werden. Das kostet Zeit, und bei unscharfen Vorlagen wird das Ergebnis nie ganz so wie das Original.
Faustregel
Motiv als Vektordatei liefern: SVG, PDF, EPS oder AI, mit geschlossenen Konturen und Schrift in Pfaden. Pixelbilder nur als Vorlage, wenn es nichts anderes gibt.
So machst du es richtig
- Logo-Originaldatei besorgen, nicht das Bild von der Website. Wie du sie erkennst, steht im Ratgeber Logo-Dateien.
- Eigene Entwürfe in einem Vektorprogramm anlegen (Illustrator, Affinity Designer, Inkscape). Canva kann SVG exportieren, aber nur in den kostenpflichtigen Tarifen.
- Schrift in Pfade umwandeln, sich überlappende Formen zu einer Fläche vereinen, keine offenen Linien ohne Füllung. Eine Kontur, die nur ein Strich ist, hat keine Breite und lässt sich nicht schneiden.
- Wenn nur ein Pixelbild da ist: schicken, aber einplanen, dass das Nachzeichnen extra kostet.
Fehler 4
Farbe und Textil nicht bedacht
Was passiert
Das Motiv ist in einem Blauton angelegt, den es als Folie nicht gibt. Oder das Shirt ist aus einem Material, das die Hitze der Presse nicht verträgt. Oder helle Folie auf hellem Stoff, und das Motiv ist kaum zu sehen. Das fällt oft erst auf, wenn das Textil schon da ist.
Faustregel
Folienfarbe statt Wunschfarbe, Textil vorher absprechen, Kontrast einplanen. Flexfolie gibt es in festen Farben. Die nächstliegende Folienfarbe wählen wir gemeinsam, eine CMYK- oder HEX-Angabe hilft dabei als Anhaltspunkt.
So machst du es richtig
- Textil vorher nennen: Material, Farbe, Hersteller, falls bekannt. Baumwolle und Baumwoll-Mischgewebe sind unkompliziert. Bei Polyester, Softshell, Nylon oder beschichteten Stoffen vorher fragen, nicht jede Folie hält auf jedem Stoff.
- Eigene Textilien mitbringen geht, aber ohne Gewähr für das Material. Ein Probestück oder ein Andruck zur Freigabe vor der Serie spart Ärger.
- Kontrast: Dunkle Folie auf hellem Stoff oder helle Folie auf dunklem Stoff. Ton in Ton sieht am Bildschirm edel aus und auf dem Shirt nach nichts.
- Position und Größe festlegen: Brust links, Brust mittig, Rücken, Ärmel. Mit Maßangabe in Zentimetern, nicht „ungefähr so“.
- Pflege: Auf links waschen, nicht zu heiß, nicht direkt über das Motiv bügeln, kein Trockner auf hoher Stufe. Dann hält die Folie viele Wäschen.
Checkliste vor der Anfrage
- Besteht das Motiv aus Flächen, ohne Fotos und Verläufe?
- Hat es höchstens drei Farben?
- Sind alle Linien mindestens etwa 1 mm breit und die Schrift groß genug?
- Liegt das Motiv als Vektordatei vor (SVG, PDF, EPS, AI), Schrift in Pfaden?
- Ist die Größe in Zentimetern und die Position auf dem Textil festgelegt?
- Ist klar, welches Textil es wird (Material, Farbe, Anzahl, Größen)?
- Bei Namen und Nummern: Liste mit Schreibweise und Größe je Stück?
Stand: Oktober 2026 Maßangaben sind Richtwerte für Flexfolie; bei besonderen Folien oder Stoffen gelten andere Grenzen. Text mit KI-Unterstützung entworfen, von Andrej Herber geprüft.